An den Beruflichen Schulen Bretten

Brexit,Digitalisierung und Uploadfilter

EUGespraech Bild01-371kB „Halten Sie die Europäische Union für notwendig?“ Mit forschendem Blick fordert der Landtagsabgeordnete Joachim Kößler (CDU) die anwesenden Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Bretten (BSB) zur Abstimmung auf. Eine Welle von ausgestreckten Fingern schwappt durch die Aula. Anders als die Briten möchten die angehenden Abiturienten und Zerpanungsmechaniker der EU die Treue halten. Kößler ist zufrieden. Kein Brexit an den BSB.

Wie bedeutsam die Europäische Gemeinschaft für jeden einzelnen ist, darauf ging der stellvertretende Schulleiter Frank Heusch in seiner Begrüßung ein. „Dass wir hier seit 70 Jahren in Frieden leben, haben wir der EU zu verdanken“, so Heusch. Die Schüler sollten die anstehenden Europawahlen deshalb auch zur politischen Meinungsbildung nutzen. Mit ihren Fachlehrerinnen Nicole Roeder und Stephanie Lampoltshammer hatten die Schülerinnen und Schüler die Inhalte vorab im Unterricht thematisiert. Mit Joachim Kößler stand abschließend ein waschechter Politikprofi Rede und Antwort. Kößler ist europapolitischer Sprecher der CDU- Landtagsfraktion und Vorsitzender des Arbeitskreises Europa. Das brennendste Thema freilich der Brexit. „Eine Katastrophe“, so der Landespolitiker. „Die Briten sind Populisten auf den Leim gegangen. Die werden den Geist des Empires nicht los, weil sie glauben, Großbritannien würde es ohne die EU besser gehen.“ „Aber den Fischern schon.“, hakt eine Schülerin ein. „Schon“, gibt Kößler zu, da die EU in britischen Gewässern fische, aber das seien im Vergleich zu den großen Nachteilen Peanuts. „Nehmen wir die Automobilindustrie als Beispiel. Alleine die Bürokratie für Grenz- und Zollkontrollen werden Milliarden kosten und es wird massive Probleme mit dem Warenfluss geben. Großbritannien wird große Wachstumseinbußen haben.“, so der Finanzexperte. Kößler nimmt das Mikrofon in die Hand und stellt sich vor die Schülerreihen. „Wir Europäer machen nur sechs Prozent der Weltbevölkerung aus und stehen großen Wirtschaftsmächten wie China, Indien und den USA gegenüber. Da ist ein Zusammenhalt wichtiger denn je.“ Von der großen weiten Welt ging es auch um die Landespolitik. Besonders im Hinblick auf die Digitalisierung pochte Kößler auf einen weiteren Ausbau der Förderung. „Bis 2021 werden wir 1 Milliarde Euro an Fördergeldern ausschütten“, verkündet er. An den BSB sei das Lernlabor Industrie 4.0. ein Paradebeispiel für die „exponentiellen Veränderungen“. Kößler wies jedoch auch auf die Kehrseite der Digitalisierungsmedaille hin: „Laut einer Studie der Universität Oxford werden 2030 bis zu 50 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Andere Studien besagen, es werde einen Ausgleich geben. So oder so wird es spannend werden.“ Wo er denn Verbesserungspotential in der EU-Politik sehe, wollte ein Schüler wissen. „Auf jeden Fall in einer gemeinsamen stringenten EU-Außenpolitik“. Abschließend sorgte das EU-Urheberrecht und die geplanten Uploadfilter für reichlich Diskussionsstoff. Kößlers Credo: „Es geht um den Schutz von geistigem Eigentum.“ Wer etwas erschaffe, solle auch Geld dafür bekommen. Wenn das Urheberrecht auf das freie Internet treffe, dann müsse geistiges Eigentum geschützt werden. Viel zu schnell endete das EU-Klassengespräch. Kößler dankte den Schülern für die engagierte Debatte und versprach: „Ich komme gerne wieder.“

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